Weihnachtsgruß des Bürgermeisters

„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.“
(Lukas 2, 1-20)

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

mit diesen Worten beginnt das Weihnachtsevangelium. Eine Botschaft, die auch heute noch weltweit ganz besondere Gefühle auslöst. Es ist eine Zeit, die viele Menschen berührt und mit der vielfältige Gefühle wie Erinnerungen verbunden werden. Die von dem Ereignis der Geburt Jesu ausgehende Friedens- und Versöhnungsbotschaft wäre ohne diese Zeilen nicht vorstellbar und besitzt Aktualität bis in die heutige Zeit. Gerade die Wochen des Advents und die Weihnachtstage sollen uns Mut machen und auch Gelassenheit geben; wertvolle Augenblicke der Besinnung, des Innehaltens und der Familie in einem zusehends hektischeren Alltag schenken.

Abermals neigt sich kein gewöhnliches Jahr seinem Ende zu. Wie bereits 2020 sind auch die letzten Monate wieder sehr stark von der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen bestimmt gewesen. Zweifelslos hat der Virus unsere Welt verändert. Nach mittlerweile zwei Jahren im Ausnahmezustand ist diese Feststellung keinesfalls übertrieben. In vielen Lebensbereichen hat Corona erneut in unseren Alltag eingegriffen. Einiges was für uns früher selbstverständlich erschien, gilt heute nicht mehr. Auch in unserer Stadt ist das gesellschaftliche Leben und Erleben in vielerlei Hinsicht zum Erliegen gekommen. Veranstaltungen und Aktivitäten, auf die wir uns freuten oder auch hofften, konnten nicht oder nicht wie geplant durchgeführt werden.

Und gerade in diesen Tagen wird uns einmal mehr vergegenwärtigt, dass uns diese Pandemie unverändert fest in ihrem Griff hält. Das momentane Infektionsgeschehen und die dadurch drohende Überlastung des Gesundheitssystems sind beängstigend. Das nahende Weihnachtsfest und der bevorstehende Jahreswechsel sind deshalb für viele auch mit Sorgen, Ängsten und Verunsicherungen verbunden. Manche haben durch diesen Virus gar in den zurückliegenden Monaten bereits einen nahestehenden Menschen verloren oder sind selbst durch diese Erkrankung in ihrer körperlichen Unversehrtheit beeinträchtigt worden.

Leider hat diese Pandemie auch die Spaltung unserer Gesellschaft vorangetrieben. Aber nicht nur allein deswegen müssen wir feststellen, dass die Botschaft des Weihnachtsfestes viele Menschen nicht mehr erreicht. Dies ist bedauerlich, dürfen wir doch in unserem Land in Frieden, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit leben. Ein Privileg, um das uns Millionen von Menschen auf der Welt beneiden. Rufen wir uns dies in diesen Tagen und Wochen einmal wiederum bewusster in Erinnerung. Vergessen wir zudem nicht, dass auch an diesem Weihnachtsfest Menschen frieren, hungern und vor Krieg und Gewalt, vor Armut und Hoffnungslosigkeit fliehen müssen.

Das neue Jahr wird uns sicherlich noch einiges abverlangen und herausfordernd sein. Wie lange wir mit dieser Pandemie und ihren Auswirkungen noch zu leben haben, wird sich zeigen müssen. Bleiben wir als örtliche Gemeinschaft daher solidarisch, vernünftig und geduldig. Gehen wir trotz allen Unwägbarkeiten und Problemen mit Zuversicht und Optimismus an die kommenden Aufgaben heran.

Ein ganz besonderes Dankeschön möchte ich an dieser Stelle all denjenigen Bürgerinnen und Bürgern sagen, die in schwieriger Zeit in unserer Stadt Verantwortung übernommen und sich dabei in freiwilliger Weise sowie ehrenamtlich in unseren Vereinen, den Kirchen oder auch anderen gesellschaftlichen Organisationen für das Allgemeinwohl eingebracht haben. Dieses Engagement verdient unser aller Respekt und Anerkennung.

Nicht zu letzt ist es mir ein Anliegen, sich derjenigen Menschen zu erinnern, denen es bedauerlicherweise nicht so gut geht oder die persönliche Schicksalsschläge zu verkraften hatten – Mitmenschen, die in gesundheitlicher, seelischer oder materieller Not leben. Vergessen wir nicht, dass gerade sie wie unsere älteren, kranken oder behinderten Mitmenschen unserer Zuwendung, Hilfe und Unterstützung bedürfen.

Das Weihnachtsfest bietet die Chance, sich auf das zu besinnen was wirklich zählt, inne zu halten und neue Kraft zu schöpfen, für die vor uns liegenden Aufgaben. Ihnen und Ihren Familien wünsche ich auch namens der Stadtverwaltung und des Gemeinderats ein gesegnetes Weihnachtsfest in Zufriedenheit, bei guter Gesundheit und persönlichem Wohlergehen sowie Gottes Segen im neuen Jahr!

Ihr

Stefan Waizenegger                                                                                                                                                               Bürgermeister