Weihnachtsgruß des Bürgermeisters

„Das Geheimnis von Weihnachten besteht darin,
dass wir auf unserer Suche nach dem Großen und Außergewöhnlichen  auf das Unscheinbare und Kleine aufmerksam werden.“

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in diesen Tagen richtet sich der Blick der Christenheit auf die Geburt Jesu und die davon ausgehende Friedens- und Versöhnungsbotschaft. Es ist zugleich eine Zeit, die viele Menschen auf der Welt berührt und mit der vielfältige Gefühle sowie Erinnerungen verbunden werden. Gerade die Wochen des Advents und das Weihnachtsfest sollen uns aber auch Mut machen und Gelassenheit schenken.

Ein außergewöhnliches Jahr 2020 geht zu Ende. Wer hätte es für möglich und denkbar gehalten?  Noch im Januar konnten sich wahrscheinlich die Allerwenigsten vorstellen, was Mitte März dann zur Realität wurde und unser Leben wie auch unseren Alltag in der Folge neu bestimmte: Die Pandemie mit dem Corona-Virus hat die Welt verändert und hält sie nach wie vor fest im Griff.

Als Staat und als Gesellschaft sind wir in den vergangenen Monaten in vielfacher Hinsicht auf unbekannte Herausforderungen gestoßen, mussten Abstand halten und rückten in diesen stürmischen Zeiten dennoch in vielerlei Bereichen näher zusammen. Wir gaben wieder mehr aufeinander Acht, nahmen Rücksicht und übten Verzicht, um gemeinsam diese einschneidende Krise zu bewältigen.

Vieles was für uns früher selbstverständlich war, können wir derzeit nicht mehr erleben. Veranstaltungen und Ereignisse, auf die wir uns das gesamte Jahr gefreut haben, fanden nicht oder nicht in der gewohnten Weise statt. Das gesellige Leben und das gemeinschaftliche Miteinander, die Freizeitangebote oder nahezu alle Festlichkeiten mussten entfallen.

Trotz baldiger Impfungen, die diese Pandemie hoffentlich beherrschbar machen wird, sind kurz vor Weihnachten und zum Jahreswechsel nochmals restriktive Einschränkungen in unsere Lebensgewohnheiten und in unser Alltagverhalten notwendig geworden. So hat leider das Infektionsgeschehen in den vergangenen Wochen nochmals dramatische Ausmaße angenommen. Die Summe der Neuinfizierten ist unverhältnismäßig hoch; gleichzeitig nimmt die Anzahl der Sterbefälle zu. Wie im Frühjahr droht eine Überlastung unseres Gesundheitssystems. Um die Infektionsrate drastisch zu senken, ist es in den kommenden Wochen abermals erforderlich die Kontakte auf ein absolutes Minimum zu beschränken und damit die Übertragungsgefahr zu reduzieren.

Der Bund und die Länder haben sich daher auf ein einheitliches Vorgehen verständigt und ab Mitte dieser Woche einen harten Lockdown bis zum 10. Januar verhängt. Diese Maßnahme erscheint in der ohnehin ruhigeren Jahreszeit unter Abwägung der erwartbaren volkswirtschaftlichen Auswirkungen und gesellschaftspolitischen Folgen bei einem späteren Lockdown sowie mit Blick auf die begrenzten Kapazitäten in den Krankenhäusern geboten.

Den politisch Verantwortlichen und Entscheidungsträgern ist bewusst, dass allen Bürgerinnen und Bürgern mit den verordneten Maßnahmen gerade jetzt in der Zeit von Weihnachten und zum Wechsel des Jahres einiges an Verständnis abverlangt wird. Angesichts der gegenwärtigen Situation ist aber jeder Einzelne von uns dazu aufgefordert etwaige Einzelinteressen hinten anzustellen. Ganz besonders in diesem Jahr ist Mitmenschlichkeit und Solidarität das wichtigste Gut.

Deshalb meine Bitte: Tragen Sie durch Ihr persönliches und fürsorgliches Verhalten in den kommenden Tagen dazu bei einer weiteren Ausbreitung dieser Virusepidemie vorzubeugen und helfen Sie mit diese Infektionskrankheit dadurch einzudämmen. Als Bürgermeister appelliere ich an Ihr Verständnis und Ihr Verantwortungsgefühl. Lassen Sie uns die Herausforderungen der vor uns liegenden Wochen gemeinsam meistern.

Der Start ins neue Jahr ist für uns alle mit einigen Unsicherheiten und mancherlei Sorgen verbunden. Was das neue Jahr mit sich bringt und wie lange wir noch mit den Beschränkungen leben müssen, wird sich zeigen. Hoffen wir auf eine alsbaldige Rückkehr zur ersehnten Normalität und bleiben wir in diesen Tagen trotz dieser Schwierigkeiten und Unwägbarkeiten zuversichtlich und optimistisch. 

An dieser Stelle gilt zum Jahresende mein besonderer Dank denjenigen Bürgerinnen und Bürgern, die sich im Ehrenamt und mit großem Engagement im sozialen, kulturellen, sportlichen oder kirchlichen Bereich für unsere Gemeinschaft einbringen und dadurch zur örtlichen Zufriedenheit und einem gelingenden Miteinander beitragen. Ihr Einsatz verdient unser Respekt und unsere Anerkennung.

Zu guter Letzt ist es mir ein Anliegen, sich derjenigen Menschen zu erinnern, denen es bedauerlicherweise nicht so gut geht oder die persönliche Schicksalsschläge in diesem Jahr zu verkraften hatten – Mitmenschen, die in gesundheitlicher, seelischer oder materieller Not leben. Vergessen wir nicht, dass gerade sie wie unsere älteren, kranken oder behinderten Mitmenschen unserer Zuwendung, Hilfe und Unterstützung bedürfen.

Das Weihnachtsfest bietet die Chance, sich auf das zu besinnen was wirklich zählt, inne zu halten und neue Kraft zu schöpfen, für die vor uns liegenden Aufgaben. Namens des Gemeinderates, der Stadtverwaltung, wie auch persönlich wünsche ich Ihnen gesegnete Weihnachten sowie einen harmonischen Jahresausklang verbunden mit der Hoffnung auf ein friedvolles und vor allem gesundes Jahr 2021!

Ihr

Stefan Waizenegger
Bürgermeister